1987: Kinderfest schon Sonnabend

Nun also war es soweit. 1987 rückte das Kinderschützenfest vom Montag auf den Sonnabend vor. Die Kinderwelt hatte sich inzwischen nach der Erwachsenenwelt ausgerichtet. Von Montag bis Freitag reichlich Termine, nicht nur im Sportverein, sondern auch in der Musikschule, durch das nachmittägliche Umweltprojekt der allgemeinbildenden Schule und durch den Nachhilfeunterricht. Am Wochenende war Luft. Aber Luft für Kinderschützenfest?
Es handelte sich um das 54. Kinderschützenfest zu Winsen. Wer nachzählt, muß berücksichtigen, daß seit 1924 zehnmal das Schützenfest und damit das Kinderschützenfest ausgefallen war (1940 bis 1949).
Nach wie vor hieß es sich sammeln auf der Marktstraße. Aber immer mehr Kinder stießen während des Marsches durch die Stadt zu dem musikbegleiteten Festumzug; immer mehr warteten auf dem Schützenplatz auf die Marschierer. So ein Umzug mit seinem Wir-Gefühl kam bei vielen nicht an. Was zählte, waren die Geschenke und die Preise. Auch insoweit unterschied sich das Kinderland nicht mehr nennenswert von der Gesellschaft der Erwachsenen.
Keine Weltuntergangsstimmung. Es kamen schon noch ein paar hundert Kinder, zumal das Programm von Jahr zu Jahr kinderfreundlicher ausgestaltet wurde. Jetzt sah es so aus: bis 5 Jahre Kindertanz im Festzelt, Hüpfball und andere Spiele; für die Jungen von 5 bis 8 Jahren Torwandschießen; für die Mädchen derselben Altersstufe Erbsenschlagen; für Jungen und Mädchen von 9 bis 11 Jahren Vogelstechen; für die 12- bis 15jährigen schließlich Luftgewehrschießen. In dieser Gruppe ermittelt man den Kinderschützenkönig und die dazugehörige Königin.
Kommandeur Wilhelm Rulfs sprach Günter und Jo Meyn für Vorbereitung und Durchführung des Kinderschützenfestes sien Dank aus, zumal die beiden Aktiven aus der Deichstraße ein Jubiläum feiern konnten. Das Kinderschützenfest Anno 87 war das 25., das sie ausrichteten.
Obwohl die Sommerferien der Schulen ncoh andauerten und Steffi Graf in Wimbledon im Endspiel stand, war die Beteiligung nicht schlechter als in dem vorausgegangenen Jahr, aber eben auch nicht nenneswert besser. Kinderschützenfest wurde mehr und mehr zu einem nostalgischen Begriff.