1973: Jubiläumsversicherung

Schon am 15. Februar des Jubiläumsjahres 1973 trafen sich bei Thilo Meyer zwölf Schützen und gründeten rechtzeitig vorm großen Fest die Jubiläumsversicherung von 1973. Die Initiative war von Wilhelm Rulfs junior ausgegangen. 1970 hatte er das Jugendbestmannschild bekommen. Als Winsener Jung aus der Marktstraße war Rulfs dem Traditionsschießen verbunden. Gleichzeitig hatte er das Zeug zum Sportschützen. Daß er irgendwann den Winsener Königsschuß abgeben würde, verstand sich am Rande.

Die hochgespannten Erwartungen der Mitglieder der Jubiläumsversicherung – bis zum Schützenfest war die Zahl auf 18 angestiegen - wurden nicht erfüllt. Beim großen Jubiläumsschützenfest von 1973 stellten die Singzirkelianer mit Erwin Rüdiger den König.

Im folgenden Jahr 1974 kam der König aus der Jubiläumsversicherung: Ulfried Neubauer. Großer Jubel ! Nun war die vierte Versicherung des Schützenkorps Winsen sozusagen anerkannt und fest integriert ins Gefüge der Königsaspiranten. Eine Besonderheit der Jubiläumsversicherung ist darin zu sehen, daß sie im Unterschied zu den drei anderen Versicherungen nicht auf einen Adjutanten aus den eigenen Reihen besteht.

Das Dumme war, daß dem ersten König kein zweiter folgen wollte. Wilhelm Rulfs, der Vorsitzende der Versicherung, suchte nach Möglichkeit, die königlose Zeit zu beenden. Um den Wettkampfgedanken in den eigenen Reihen zu fördern, führte er ein Bestmannschießen innerhalb der Versicherung ein. Bekanntgegeben wurde der Bestmann bei dem gemeinsam mit den Damen eingenommenen Essen am Sonnabend vor Schützenfest.

Erst in den 80er Jahren hagelte es Königsschüsse: Horst Braker (1983), Fritz Wehrmann (1984) und Wilhelm Rulfs (1987).

Im Jahr zuvor (1986) hatte Rulfs die Nachfolge von Karl Hermann Grimm als Kommandeur angetreten. Er nahm das zum Anlaß, den Vorsitz der Jubiläumsversicherung abzugeben. Winfried Bremer löste ihn ab.

Der neue Vorsitzende tat auch etwas, um das Schießen zu forcieren. Er führte das Matjesschießen und –essen ein.

Was das gesellige Leben betrifft, so sind die Jubiläumsschützen gern unter sich. Ihre Ausfahrten, die über zwei oder auch drei Tage gehen, werden ohne Damen unternommen.